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Neue Dozentin für Gregorianik/Dt. Liturgiegesang

Dr. Inga Behrendt übernimmt ab 1. Oktober 2013 die Dozentur für Gregorianik u. Dt. Liturgiegesang

Dr. Inga Behrendt übernimmt ab Wintersemester 2013-2014 die Dozentur für Gregorianischen Choral und Deutschen Liturgiegesang

Dr. Inga Behrendt studierte Cembalo und Kath. Kirchenmusik (A-Examen 2005) an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Während ihrer Studienzeit war sie als Kirchenmusikerin in Essen-Schönebeck tätig und leitete mehrere Choralscholen. Sie arbeitete als künstlerisch-wissenschaftliche Assistentin von KMD Prof. Dr. Stefan Klöckner in Essen während des Studiums und in den Jahren 2005 und 2006 mit Prof. Frater Cornelius Pouderoijen OSB in Wien.

Ihr Promotionsstudium bei Prof. Dr. Franz-Karl Praßl (Kunstuniversität Graz, Karl-Franzens-Universität Graz) schloss sie im November 2009 mit einer Dissertation mit dem Thema Der Seckauer Liber ordinarius von 1345 (A-Gu 756) - Edition und Kommentar ab. Parallel zum Promotionsstudium hatte sie an der Folkwang Universität in Essen einen Lehrauftrag in den Fächern Gregorianik und Deutschen Liturgiegesang (2006-2008) inne.

Während des Kirchenmusikstudiums war Inga Behrendt Mitglied der Folkwang Choralschola unter Leitung von KMD Prof. Dr. Stefan Klöckner. 2007 bis 2009 war sie Mitglied der Grazer Choralschola unter Leitung von Prof. Dr. Franz Karl Praßl. Während der Zeit des Lehrauftrags in Essen leitete Inga Behrendt in Vertretung für Stefan Klöckner die Folkwang Choralschola. Im Jahr 2010 gründete I.B. die aus Berufsmusikerinnen bestehende Frauenschola Uncinus.

Ab Februar 2009 war I.B. in zwei Forschungsprojekten der Alamire Foundation / Kath. Universität Leuven (Belgien) angestellt: Sie wirkt seitdem mit im Forschungsprojekt Inventarisatie van antifonaria bewaard in Vlaanderen, in dem handgeschriebene Offiziumshandschriften flämischer Archive, die bis 1800 entstanden sind, katalogisiert werden. Von 2009 bis 2011 war I.B. außerdem als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt Leonard Päminger: Componist van de reformatietijd unter Leitung von Prof. Dr. David Burn angestellt. 

Von 2009 bis 2011 leitete sie eine Gemeindeschola im Kloster Arnstein a. d. Lahn (bei Limburg). Im Kloster Arnstein hatte sie im Jahr 2010 die künstlerische Leitung des Festival Conceptio per aurem - Hören über Grenzen mit Veranstaltungen rund um den Gregorianischen Choral inne (Träger: Peregrini e.V.). Es stand unter der Schirmherrschaft des Limburger Bischofs Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst und wurde als Teil des Kultursommers vom Land Rheinland-Pfalz gefördert.

Im Sommersemester 2013 hat Inga Behrendt einen Lehrauftrag im Fach Musikwissenschaft an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim inne (ebenfalls zuvor 2011 und 2012) sowie einen Lehrauftrag im Fach Musikgeschichte an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg (seit WS 2012/2013). Am 1. April beginnt I.B. eine 50%-Anstellung als Wissenschaftliche Assistentin im Musikwissenschaftlichen Institut der Erberhard Karls Universität Tübingen.

Sie ist seit 2007 Vorstandsmitglied der deutschsprachigen Sektion der Internationale Gesellschaft für Studien des Gregorianischen Chorals und seit 2003 aktives Mitglied der Arbeitsgruppe zur Erstellung von Melodierestitutionen des Graduale Romanum. - I.B. ist seit 2012 Mitglied der Gesellschaft für Musikforschung.

Für Behrendt ist Choral eine natürliche und heute aktuelle Äußerung der Menschen im Gottesdienst, zu der es gilt, leichte Zugänge zu schaffen. Menschen aller Altersstufen können Zugängen zum Gregorianischen Choral finden. Dabei führen die Gesänge des Gregorianischen Chorals in ihrem engen Wort-Ton-Verhältnis den Betenden, die Betende hin zum tieferen Verständnis des Bibeltextes. Es ist Wesen des Chorals, Gebet zu sein und ebenso mit seiner Dimension als Musik auch ein Teil der Verkündigung innerhalb der Liturgie zu sein. Zugang bietet das Studium der frühen mittelalterlichen Handschriften, bei dem im Rahmen der Gregorianischen Semiologie der „musikalisch-interpretatorische und inhaltlich-deutende Sinn (Logos) der Neumenzeichen (Semeion)“ (Franz Karl Praßl, 'Cardine, Eugéne Alexandre OSB', in: Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG)2, Personenteil, Band 4, Sp. 184,185.) erforscht wird. In gelebter Praxis, die die Forschung miteinschließt, möchte Behrendt sich an der Hochschule für Kirchenmusik in Rottenburg einbringen und die Studierenden auf ihrem Weg begleiten.