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Orgelkonzert Franz-Josef Stoiber, Regensburg

Werke von Bach, Reger, Bossi und Improvisationen

Gustav Adolf Merkel (1827–1885)
Orgelsonate Nr. 5 d-Moll (op. 118)
– Allegro risoluto – Andante – Allegro risoluto – Fuga / con moto

Marco Enrico Bossi (1861–1925)
Toccata di concerto d-Moll
(aus op. 180)

Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Choralbearbeitung „Herr Jesu Christ, dich zu uns wend“
BWV 709

Praeludium und Fuge G-Dur
BWV 541

Max Reger (1873–1916)
Fantasie über den Choral
„Wie schön leucht uns der Morgenstern“ (op. 40/1)

Franz Josef Stoiber
Improvisation

 

Die neun Orgelsonaten von Gustav Adolf Merkel, der 1864 Organist an der Dresdner Hofkirche wurde, gehörten in der zweiten Hälfte des 19.  Jahrhunderts zu den meist gespielten Orgelwerken. Souveräne Satztechnik und prägnante Thematik kennzeichnen seinen Kompositionsstil.

In der Choralbearbeitung „Herr Jesu Christ, dich zu uns wend“ verziert Johann Sebastian Bach die Choralmelodie zu einer weit ausschwingenden Kantilene. Im Praeludium G-Dur (BWV 541) stellt Bach eine einstimmige Passage im norddeutschen „stilus phantasticus“ einem italienischen Konzertsatz voran, während die Fuge mit ihrem tänzerischen Thema zu den populärsten ihrer Gattung zählt.

Marco Enrico Bossi ist der herausragende Organist, Komponist und Pädagoge Italiens des ausgehenden 19.  und des beginnenden 20.  Jahrhunderts. Er war Professor und Direktor an den Konservatorien in Neapel, Venedig und Rom. Auf seinen zahlreichen Konzertreisen kam Bossi mit den berühmtesten Organisten seiner Zeit in Kontakt. Eingängige Melodik und mitreißende Musikalität begeistern die Hörer seiner (meist unbekannten) Werke. Mit der Konzert-Toccata in d-Moll gelang dem berühmten italienischen Konzertorganisten und Komponisten Bossi ein mitreißendes Orgelwerk.

Der Oberpfälzer Max Reger (geboren in Brand in der Oberpfalz) greift die barocke Form der Choralfantasie wieder auf. Von seinen sieben Choralfantasien  gehört die „Morgenstern-Fantasie“ zu populärsten. Nach einer expressiven Introduktion mit gewaltigen Lautstärkegegensätzen werden die fünf Choralstrophen durchkomponiert: 1.  Strophe (Melodie im Sopran): Andante – 2.  Strophe (Melodie im Tenor): quasi Allegro moderato – 3.  Strophe (verzierte Melodie): Adagio con espressione – 4.  Strophe (Melodie im Bass): Allegro – Fuge (Thema wird später mit dem Choralthema kombiniert: 5. Strophe).

 

Franz Josef Stoiber lernte während seiner Schulzeit Orgel beim Passauer Domorganisten Walther R. Schuster und beim Regensburger Domorganisten Eberhard Kraus, stu¬dierte Kirchenmusik und Musik¬theorie an der Musikhochschule in Würzburg (Orgel bei Prof. G. Kaunzinger und Prof. G. Weinberger, Tonsatz bei Prof. Z. Gárdonyi), Künstlerisches Hauptfach Orgel an der Musikhochschule in Stuttgart (bei Prof. Jon Laukvik) und Orgelimprovisation bei Prof. Peter Planyavsky (Wien).
Nach dreijähriger Tätigkeit als hauptamtlicher Musikalischer Assistent am Dom in Würzburg und als Lehrbeauftragter für Musiktheorie an der Musikhochschule Würzburg folgte Stoiber 1989 einem Ruf als Dozent für Orgel und Musiktheorie an die Fachakademie für kath. Kirchenmusik und Musikerziehung, heute Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg. Am 1. März 1996 wurde Franz Josef Stoiber zum Domorganisten am Dom St. Peter in Regensburg berufen; seit 1997 ist er auch als Orgellehrer bei den „Regensburger Domspatzen“ tätig.
2003 erhielt Franz Josef Stoiber eine ordentliche Professur für Orgel (Schwerpunkt Liturgisches Orgelspiel/Improvisation) an der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg, die er von 2003–2011 als Rektor leitete.
Konzerte, CD-Produktionen, Gastdozenturen (u.a. in Deutschland, Portugal, Kroatien, Russland und Japan), kompositorische Tätigkeit, Aufsätze und Buchveröffentlichungen ergänzen seine Aktivitäten.
Zu den besonderen Höhapunkten der letzten Jahre zählt 2009 die Weihe der neuen Regensburger Domorgel (mit 80 Registern auf 4 Manualen und Pedal die größte freihängende Orgel der Welt erbaut von Orgelbau Rieger aus Schwarzach/Vorarlberg), die Franz Josef Stoiber maßgeblich mitkonzipierte.

Das Konzertprogramm können Sie hier herunterladen.