21. Juli 1928 - Einweihung des Jugendheims (zu Ehren des Hl. Meinrad) bei der 500-jährigen Linde („Lindele“) durch Bischof Sproll
Zusammenfassung von Informationen aus einem Aufsatz von Anton Pfeffer (Chefredakteur Remszeitung) aus dem Jahr 1952
Der Rottenburger Jugendverein sucht für seine Theateraufführungen geeignete Säle in Rottenburg. 1927 wird ihm das Vereinslokal (Laube) gekündigt, so ist er ohne Lokal, ohne Saal, ohne Sportplatz, dabei 100 Mitglieder stark. Bei der 500-jährigen Linde wird ein Acker erworben und durch Sammlungen von Haus zu Haus der Bau des Vereinsheims begonnen. Bereits 1928 kann durch die Mithilfe unzähliger Stifter und Ehrenamtlicher das Jugendheim von Bischof Sproll eingeweiht werden (zu Ehren des Hl. Meinrad, daher später „Meinradsheim“ bzw. St.-Meinrad-Weg). Domkapellmeister Ottenwälder ist Präses dieses Jugendvereins. Unzählige Theateraufführungen, Exerzitien, Konzerte folgen. In den Sommermonaten ist im Saal die St. Meinrad Jugendherberge untergebracht mit jährlich 2000 Übernachtungen.
1932-39 im Frühherbst Kunstausstellungen,
1940-45 Gefangenenlager
1946-49 „lag das Anwesen total verödet, nachdem es ganz ausgeraubt worden war.“
1950 Domkapitular Dr. Hubert Wurm (1905-1987) nimmt sich des Gebäudes an und führt es seiner neuen Zweckbestimmung als „Bischöfliche Musikschule“ zu.
[Ergänzung W. Weis: Prälat Dr. Hubert Wurm war ab 1948 sowohl als Offizial als auch als Leiter des Referats für Kirchenmusik, Orgeln und Glocken tätig. Von der Jugendbewegung Quickborn geprägt sprüht er offenbar von Begeisterung und vertritt eine ganzheitliche Auffassung kirchlicher Musikausbildung, die selbstverständlich auch die weltliche Musik sowie Tanz und Rhythmus einschließt (daher der Titel „Bischöfliche Musikschule“ anstelle des bisherigen Titels „Kirchenmusikschule“). Er unterstützte die Pueri-Cantores-Bewegung sowie die Gründung von Knabenchören und war ab 1964 Präsident des Nationalverbandes.]