Eröffnung des Orgelhauses

Neues Zentrum der Kirchenmusik

Orgelhaus an der Hochschule für Kirchenmusik wird eröffnet. Angebot an Studenten und Studentinnen sowie an Kirchenmusiker:innen aus der Diözese.

Bei einer Feierstunde segnete Bischof Dr. Klaus Krämer am Samstagnachmittag das neue Orgelhaus der Hochschule für Kirchenmusik der Diözese Rottenburg-Stuttgart. „Dieses Gebäude ist das neue Zentrum der kirchenmusikalischen Aus- und Fortbildung unserer Diözese. Es ist mir eine Freude, dass wir dieses Orgelhaus heute eröffnen können“, sagte Dr. Krämer. Kern des neuen Gebäudes ist die neue Orgel mit ihren 50 Registern der Firma Johannes Klais Orgelbau GmbH & Co. KG aus Bonn. Die Hochschule in Rottenburg ist eine von insgesamt nur zwei katholischen Hochschulen für Kirchenmusik in Deutschland. 

Ein wahrer Schatz

Kirchenmusik sei ein zentrales Element des liturgischen, pastoralen und kulturellen Wirkens der Kirche, hob Bischof Dr. Krämer in seiner Rede hervor. Über den unmittelbaren gottesdienstlichen Kontext hinaus wirke Musik im gemeinsamen Singen und Musizieren über alle Altersgruppen hinweg gemeinschaftsstiftend. „In einer Zeit zunehmender Säkularisierung und großer Verunsicherung in Kirche und Gesellschaft ist die Musik ein wahrer Schatz, dessen Möglichkeiten wir uns immer wieder neu bewusstwerden müssen. Musik, Kunst und Kultur wirken über alle gesellschaftlichen Gruppen hinweg integrativ. Die Kunst bringt Kirche und Gesellschaft an vielen Stellen miteinander in Kontakt und schafft erstaunliche Verbindungen“, würdigte der Bischof deren Bedeutung, bevor er das Orgelhaus seiner Nutzung übergab und es segnete. 

In einer Kirche der Zukunft

Weihbischof Dr. Gerhard Schneider, Leiter der für die Hochschule zuständigen Hauptabteilung „Liturgie (mit Kunst und Kirchenmusik) und Berufungspastoral“ im Bischöflichen Ordinariat der Diözese, begrüßte die anwesenden Vertreter der beim Bau des Orgelhauses beteiligten Firmen Lederer Ragnarsdottir Architekten PartGmbH und LRO GmbH & Co. KG sowie weiterer beteiligter Ingenieurbüros und Fachplaner. Weihbischof Dr. Schneider erinnerte daran, dass das neue Gebäude mehr als sieben Jahre, nachdem die ersten Entscheidungen zum Bau des Orgelhauses getroffen wurden, nun ein sichtbares Zeichen der konzeptionellen Entwicklung der Kirchenmusik in der Diözese ist. „Auf vielfältige Weise durften wir die Voraussetzungen dafür schaffen, dass das kirchenmusikalische Wirken in unserer Diözese in seiner ganzen Breite auch in einer Kirche der Zukunft seiner grundlegenden Bedeutung gerecht werden kann“, sagte Dr. Schneider. 

Für Tradition und Zukunft

Professor Stefan Palm, Rektor der Hochschule für Kirchenmusik, sprach angesichts der Eröffnung von „einem Tag der Vollendung und einem Tag des Aufbruchs“. Die Studierenden der Hochschule hätten nun erstmals jederzeit Zugang zu einem Instrument, das ihre Entwicklung nachhaltig prägen werde. „Möge dieses Haus ein Fels der Kirchenmusik sein, getragen von unserem Glauben, ein Ort für Tradition und Zukunft“, sagte Palm. 

Neue Formate von Fort- und Weiterbildungen

Hauptsächliche Nutzer des Orgelhauses sind fortan die Studierenden der Hochschule, die künftig die Möglichkeit haben, mit dem neuen Instrument die gesamte Bandbreite der Orgelmusik, von der Renaissance bis zur Gegenwart, unter optimalen Bedingungen zu erleben und zu erlernen. In dem neuen Gebäude werden zudem Ausbildungen wie ab Herbst die neue ökumenische Kinderchorleiter:innen-Ausbildung in Kooperation mit der evangelischen Hochschule für Kirchenmusik in Tübingen stattfinden sowie die popularmusikalische Band- und Chorleiter:innen-Ausbildung der Diözese. Als Mittelpunkt des kirchenmusikalischen Ausbildungszentrums der Diözese Rottenburg-Stuttgart werden in dem Orgelhaus in Zukunft auch neue Formate von Fort- und Weiterbildungen für Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker der Diözese stattfinden, die auf die dynamische Entwicklung der musikalischen und pastoralen Anforderungen an die Kirchenmusik reagieren.

(Stabsstelle Mediale Kommunikation der Diözese)

Bilder: Daniela Reske

Stellenangebot

Für die Hochschule für Kirchenmusik der Diözese Rottenburg-Stuttgart suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine:n Verwaltungsmitarbeiter:in (m/w/d) mit 40% Beschäftigungsumfang.

Die Aufgaben sind insbesondere:

  • Assistenz in der Hochschule für den Bereich „Bibliothek“
  • Unterstützung der Geschäftsführung der Hochschule
  • Veranstaltungsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit

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Internationale Rottenburger Orgelkonzerte 2025

Die Hochschule für Kirchenmusik lädt zur diesjährigen Reihe der „Internationalen Rottenburger Orgelkonzerte 2025“ mit namhaften Solisten und aufstrebenden Nachwuchskünstlern in die Stiftskirche St. Moriz in Rottenburg herzlich ein.

Da die Hauptorgel der Domkirche St. Martin nach über 20 Jahren ausführlicher Nutzung durch Firma Stehle-Orgelbau derzeit generalsaniert wird, freut sich die Hochschule für Kirchenmusik über die Gastfreundschaft der Kirchengemeinde.

Im Eröffnungskonzert im Dialog mit gesungener Gregorianik, tritt die dreimanualige Albiez-Orgel in vier Konzert mit unterschiedlichen Klängen und Kompositionen solistisch auf. Im letzten Konzert zum Patrozinium von St. Moriz Ende September trifft sie im Kinder-Mitmach-Orgelkonzert auf „Die fürchterlichen Fünf“.

Jeweils sonntags, 17:00 Uhr in der Stiftskirche St. Moriz, Rottenburg am Neckar

1. Konzert, 15. Juni 2025:
„Gregorianik und Orgelmusik zum Pfingstfest“
Männerensemble der Rottenburger Domsingknaben
Robert Kopf, Leitung
Georg Oberauer, Orgel

2. Konzert, 22. Juni 2025:
„Aus dem Leben Johann Sebastian Bachs“
Orgelwerke von Böhm, Buxtehude, Grigny und Bach 
Joachim Neugart, Orgel

3. Konzert, 06. Juli 2025:
„Soli Deo Gloria“
Orgelwerke von Johann Sebastian Bach
Stefan Palm, Orgel

4. Konzert, 13. Juli 2025:
„Sommerliche Orgelmusik“
mit improvisierten Choralbearbeitungen über Sommerlieder sowie Werken von Albinoni, Lemare, Seifen und Piazolla
Ruben Sturm, Orgel

5. Konzert, 20. Juli 2025:
„Rising Star – Junger Künstler“
Aaron Triebler, Orgel

6. Konzert, 21. September 2025:
„Die fürchterlichen Fünf“ – Ein Kinder-Mitmach-Orgelkonzert von Michael Benedict Bender
Marianne und Anton Aicher, Leitung
Georg Oberauer, Orgel

Um allen den Zutritt zu den Konzerten zu ermöglichen, ist der Eintritt ist zu den Konzerten frei. Um eine Spende wird gebeten.

In Vorfreude grüßen die künstlerischen Leiter

Domorganist Prof. Georg Oberauer und Rektor Prof. Stefan Palm

Orgelfahrt 2025

Orgelfahrt nach Bonn, Köln und Kevelaer

Zu Beginn des Sommersemesters 2025 brachen wir am Donnerstag, den 3. April in Begleitung der Professoren Wolfgang Weis und Stefan Palm mit dem Zug nach Bonn auf.

Dort besuchten wir nach einem Abstecher ins Bonner Münster, wo gerade Bachs c-Moll-Passacaglia geübt wurde, und einem Mittagessen in einer Pizzeria das Geburtshaus Ludwig van Beethovens. Nach einem kurzweiligen Einführungsvortrag konnten wir uns dort selbst ein Bild von einigen original erhaltenen Ausstellungsstücken wie Musikinstrumenten, Konversationsheften und Hörrohren machen.

Am späten Nachmittag ging es weiter nach Köln. Nach dem Einchecken in der Jugendherberge und einem Brauhausbesuch bekamen wir von Domorganist Prof. Dr. Winfried Bönig die Orgeln des Kölner Doms vorgestellt. Ein besonderes Erlebnis war hierbei – neben dem Bespielen dieser einzigartigen Orgelanlage – auch die nächtliche Atmosphäre im menschenleeren Kölner Dom, welcher mit 20.000 bis 30.000 Besuchern täglich die frequentierteste Sehenswürdigkeit Deutschlands ist.

Anschließend begaben wir uns zu Fuß zu den in Bonn ansässigen Werkstätten der Firma „Orgelbau Klais“, wo wir bei einer Führung durch Geschäftsführer Philipp Klais interessante Einblicke in die verschiedenen Bereiche des Orgelbaus erhielten.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Zug weiter nach Kevelaer, wo uns Basilikaorganist Elmar Leenen und sein Assistent die romantische Orgel der dortigen Marienbasilika präsentierten. Neben der Möglichkeit einer Begehung des mehrere Stockwerke umfassenden Orgelgehäuses stand hier auch viel Zeit zum eigenständigen Ausprobieren zur Verfügung, was erfreut ausgekostet wurde.

Bericht: Johannes Stumpf

Bilder: Hochschule für Kirchenmusik